PavlinPro
PavlinPro Ratgeber · Wand & Fassade

Holz an die Wand.
Aber welches – und warum?

Nut + Feder, Glattkant, Rhombus, Doppelrhombus: Wenn diese Wörter noch nichts auslösen, sind Sie hier richtig. Dieser Ratgeber erklärt zuerst die Logik – danach kann der Projektplaner rechnen.

01 · Grundidee

Eine Holzfassade ist mehr als Bretter auf einer Wand.

Bei einer Außenwand muss Feuchtigkeit wieder abtrocknen können. Deshalb gehören Bekleidung, Befestigung, Unterkonstruktion und – je nach Wandaufbau – weitere Ebenen als System zusammen. Das klingt komplizierter, als es meist ist: Der Planer führt Schritt für Schritt durch die sichtbare Bekleidung und ihre Unterkonstruktion; beim konkreten Profil ergänzen wir die dazu passenden Details.

1 · WandDer vorhandene Untergrund bestimmt die Befestigung. Ist er bekannt, lässt sich die passende Lösung gezielt auswählen.
2 · Schutz / EbeneJe nach Konstruktion z. B. Fassadenbahn, Dämmung oder Konterebene – nicht jede Wand braucht automatisch alles davon.
3 · UnterkonstruktionTrägt die Bekleidung und schafft Abstand. Die benötigten Latten kann der Planer direkt mitrechnen.
4 · HolzbekleidungDas sichtbare Profil: geschlossen, offen, klassisch oder modern. Sie wählen zuerst den Look – wir übersetzen ihn in Materialbedarf.
Merksatz: Nicht jedes Detail muss „wasserdicht“ gemacht werden. Entscheidend ist, Wasser sinnvoll abzuleiten und dem Holz wieder Luft zum Trocknen zu geben – genau deshalb wird der Aufbau in verständliche Schichten geteilt.
02 · Holzarten

Fichte, Kiefer oder Lärche?

Nicht nur das Profil entscheidet über die Fassade. Auch die Holzart verändert Optik, Charakter und den sinnvollen Einsatz. PavlinPro führt deshalb mehrere Varianten desselben Profiltyps – der Planer kann daraus passend zum gewünschten Look auswählen.

Fichte

Hell, ruhig und vergleichsweise gleichmäßig. Fichte lässt sich gut bearbeiten und eignet sich besonders für Innenbereiche sowie geschützte Außenbekleidungen, wenn konstruktiver Holzschutz und Oberflächenbehandlung zum Aufbau passen.

Charakterhell & ruhig
Gut fürProfilholz, geschützte Flächen

Kiefer

Wärmer und ausdrucksstärker als Fichte, mit stärkerer Zeichnung und mehr Harz. Sie ist meist etwas dichter und wirkt lebendiger – eine gute Wahl, wenn die Holzstruktur sichtbar Teil der Gestaltung sein soll.

Charakterwarm & markant
Gut fürProfilholz mit sichtbarer Maserung

Lärche

Für stärker bewitterte Außenfassaden ist Lärche bei PavlinPro die naheliegende nächste Stufe. Sie wird typischerweise für Fassadenprofile wie Fase, Rhombus und Glattkant eingesetzt. Auch hier bleiben konstruktiver Holzschutz und ein trocknungsfähiger Aufbau entscheidend.

Charakterkräftig & außenorientiert
Gut fürFassade, Rhombus, Glattkant

Was ist „besser“?

Nicht pauschal Fichte oder Kiefer: Beide haben unterschiedliche Optik und Einsatzschwerpunkte. Für ernsthaft bewitterte Fassaden führt der PavlinPro-Planer gezielt zu Lärche, statt Fichte oder Kiefer als gleichwertigen Ersatz zu verkaufen.

Innen / geschütztFichte oder Kiefer
AußenfassadeLärche mitdenken
03 · Profile

Vier Looks – vier unterschiedliche Logiken.

Keines dieser Profile ist pauschal „das beste“ – und genau das macht die Auswahl einfacher: Erst entscheiden Sie, welche Optik und Offenheit Ihnen gefällt. Danach lassen sich Befestigung und Unterkonstruktion passend dazu auswählen.

Nut + Feder / Profilbrett

Die Bretter greifen ineinander. Das ergibt eine ruhige, weitgehend geschlossene Fläche. Für viele Projekte ist das ein angenehm unkomplizierter Einstieg: Profil auswählen, Deckbreite übernehmen und die benötigte Menge berechnen.

Optikklassisch, geschlossen
Montagevergleichsweise schnell
Gut wenneine ruhige Fläche gewünscht ist
Wichtigmit Deckbreite rechnen

Glattkantbrett

Das einfache gehobelte Brett ist gestalterisch flexibel. Es kann mit sichtbarer Fuge oder überdeckend eingesetzt werden. Sie entscheiden also zuerst über den Look; daraus ergibt sich die wirksame Breite, mit der anschließend gerechnet wird.

Optikschlicht, geradlinig
MontageFuge/Überdeckung planen
Gut wennflexible Brettoptik gefragt ist
Wichtignicht blind Nennbreite rechnen

Rhombusleiste

Zwischen den Leisten bleiben sichtbare Fugen. Das wirkt leicht und modern und lässt viel Luft an die Bekleidung. Weil man durch die Fugen teilweise auf die Ebene dahinter blickt, wird diese einfach bewusst mitgeplant – statt später überraschend sichtbar zu werden.

Optikmodern, offen, Schattenfugen
Montagegleichmäßige Fugen wichtig
Gut wennRhythmus und Tiefe gewünscht sind
WichtigHintergrund mitdenken

Doppelrhombus / Fassadenprofil

Die Optik erinnert an einzelne Rhombusleisten, die Fläche bleibt aber durch das Profil geschlossen. Damit bekommt man den modernen Rhythmus ohne die vollständig offenen Fugen einer klassischen Rhombusfassade – eine gute Option, wenn der Rhombus-Look gefällt, die offene Konstruktion aber nicht.

Optikmodern, geschlossen
Montageprofilabhängig, oft zügig
Gut wennRhombus-Look blickdicht sein soll
WichtigDeckmaß des Profils beachten
04 · Richtung

Horizontal oder vertikal?

↔

Bekleidung horizontal

Die sichtbaren Linien betonen die Breite. Im einfachen Planermodell läuft die tragende Lattung senkrecht dazu. Dadurch kann Luft hinter der Bekleidung grundsätzlich nach oben strömen.

↕

Bekleidung vertikal

Vertikale Linien betonen die Höhe. Für die Befestigung braucht man quer laufende Traglatten. Soll die Außenfassade zusätzlich durchgehend hinterlüftet werden, lässt sich dafür eine zweite Lattenebene ergänzen – im Grunde ein einfaches Raster hinter dem sichtbaren Holz.

Darum zeigt der Planer die UK quer zur Bekleidung. Er rechnet zunächst die Materiallogik. Sobald das konkrete Fassadenprofil feststeht, kann der passende Aufbau Schritt für Schritt ergänzt werden.
05 · Mengen

Deckbreite oder Fuge: womit wird wirklich gerechnet?

Bei geschlossenen Profilbrettern wie Softline oder Fase N+F verschwindet ein Teil der Nennbreite in der Verbindung. Für die Mengenberechnung zählt deshalb die Deckbreite bzw. das Deckmaß. Bei offenen Profilen wie Rhombus oder offen montiertem Glattkantbrett ist die Logik anders: Dort bestimmt Brettbreite + Fuge den Rhythmus auf der Wand.

Deckbreite = tatsächlich abgedeckte Breite
PavlinPro rechnet mit dem realen Produkt. Softline und Fase N+F verwenden die Deckbreite aus der Produktkarte. Rhombus und offen montiertes Glattkant verwenden Brettbreite plus gewählte Fuge. Wichtig: Ein Rhombus-Preis pro m² bezieht sich auf die tatsächliche Holzfläche – nicht auf die Wandfläche inklusive Fugen. Der Planer ermittelt deshalb zuerst die benötigten Bretter und daraus die Holzmenge und den Preis.
06 · Unterkonstruktion

Was bedeutet Achsabstand – und warum steht dort 60 cm?

Der Achsabstand ist der Abstand von der Mitte einer Traglatte bis zur Mitte der nächsten. Wenn im Planer 0,60 m steht, liegen die Achsen der Unterkonstruktion also ungefähr 60 cm auseinander. Die Bekleidung wird an diesen Auflagelinien befestigt.

Achsabstand = Mitte bis Mitte

Warum nicht einfach möglichst weit?

Je größer der Abstand, desto weniger Auflagepunkte hat die Bekleidung. Welcher Abstand sinnvoll und zulässig ist, hängt deshalb vom Profil, seiner Stärke, der Montagerichtung und der konkreten Befestigung ab.

Was rechnet der Planer?

Der Planer verwendet einen passenden Ausgangswert und ermittelt daraus die benötigten Auflagelinien und laufenden Meter Unterkonstruktion. Bei einem konkreten Produkt können die Herstellerangaben diesen Wert genauer festlegen.

Einfach merken: 60 cm Achsabstand bedeutet nicht 60 cm freie Lücke. Gemessen wird immer von Lattenmitte zu Lattenmitte. An Rändern, Stößen, Fenstern und Türen können zusätzliche Latten nötig werden.
07 · Befestigung

Wie viele Schrauben oder Nägel braucht die Fassade?

Am verständlichsten ist es, zuerst nicht in Schachteln, sondern in Befestigungspunkten zu denken. Ein Befestigungspunkt entsteht dort, wo ein Fassadenbrett auf eine tragende Latte trifft. Erst danach wird daraus die benötigte Zahl an Schrauben, Nägeln oder Systembefestigern.

Vereinfachtes Beispiel
35 Bretter × 11 Auflagelinien = 385 Befestigungspunkte
Braucht das gewählte Profil an jedem Auflagepunkt einen Befestiger, sind das ca. 385 Stück. Braucht das System zwei, verdoppelt sich die Zahl entsprechend. Reserve und besondere Anschlüsse kommen anschließend dazu.

Schrauben

Gut kontrollierbar und bei vielen Fassaden üblich. Kopf, Durchmesser, Länge und Werkstoff müssen zum Profil und Aufbau passen. Bei sichtbarer Montage wird auch die Optik Teil der Entscheidung.

Nägel / Stifte

Je nach Profil und System eine schnelle, unauffällige Befestigung. Nicht jeder Nagel ist für jede Außenfassade geeignet – Abmessung, Korrosionsbeständigkeit und Verarbeitung müssen zum Produkt passen.

Verdeckt befestigt

Bei Profilen mit dafür vorgesehener Feder oder bei Clipsystemen kann die Befestigung weitgehend unsichtbar bleiben. Dann gilt die Systemvorgabe des konkreten Profils statt einer pauschalen Stückzahl.

Draußen = Material beachten

Außenbefestiger müssen zur Bewitterung und zur Holzart passen. Korrosionsbeständige Befestigung ist deshalb kein Detail, das erst am Ende ausgewählt werden sollte.

Warum zeigt der Planer ein Befestigungsset? Fläche allein sagt noch nicht, wie viele Befestiger gebraucht werden. Entscheidend sind Brettzahl, Auflagelinien und das konkrete Befestigungssystem. Deshalb kann der Planer zunächst eine Setgröße vorschlagen; mit dem festgelegten Profil lässt sich daraus eine konkrete Stückzahl machen.
08 · Die Stellen, die Fläche allein nicht sieht

Hier entscheidet sich, ob aus „Brettern“ eine Fassade wird.

Sockel / SpritzwasserDer untere Fassadenrand bekommt am meisten Spritzwasser ab. Die einfache Idee: Holz nicht direkt in die dauerhaft nasse Zone setzen und Wasser nach unten frei ablaufen lassen. Der genaue Abstand wird passend zum Projekt festgelegt.
StirnholzBrettenden nehmen Feuchtigkeit besonders leicht auf. Deshalb bekommen sie etwas mehr Aufmerksamkeit: sauberer Schnitt, geeigneter Holzschutz und ein Detail, bei dem Wasser nicht am Ende stehen bleibt.
Fenster & TürenRund um Fenster und Türen braucht die Bekleidung zusätzliche Befestigungspunkte. Meist bedeutet das schlicht: ein paar zusätzliche Latten an den Rändern plus ein sauberer Anschluss. Eine spätere Planer-Stufe kann diese Öffnungen deshalb separat mitrechnen.
BrettstößeZwei Bretter sollten nicht zwischen den Latten „in der Luft“ zusammentreffen. Bei horizontaler Bekleidung liegt der Längsstoß auf einer vertikalen Traglatte; bei vertikaler Bekleidung entsprechend auf einer quer laufenden Auflage. Handelslänge, Stoßposition und Unterkonstruktion werden deshalb zusammen gedacht. Eine spätere Planer-Stufe kann daraus einen optimierten Verlege- und Zuschnittplan erzeugen.
Offene FugenBei offenem Rhombus darf Wasser hinter die sichtbaren Leisten gelangen – das ist nicht automatisch ein Problem. Die Ebene dahinter wird einfach so geplant, dass Wasser ablaufen und die Konstruktion wieder trocknen kann.
BefestigungSichtbare Schraube, Verschraubung durch die Feder oder Clip: Sobald das Profil gewählt ist, wird die Auswahl deutlich kleiner. Dann können wir den passenden Befestigungstyp direkt beim Material empfehlen und mitrechnen.
Praktisch gedacht: Erst Maße und gewünschte Optik festlegen, dann das reale Profil wählen. Deckmaß, Befestigung und Unterkonstruktion sind anschließend keine neue Baustelle, sondern einfach die nächsten drei Entscheidungen – und genau dabei hilft der Planer.
09 · Berechnen

Jetzt darf der Planer übernehmen.

Mehrere Wände können einzeln eingegeben und in der Zeichnung umgeschaltet werden. Der Planer summiert die Gesamtfläche und berechnet Bekleidung und Unterkonstruktion. Der Planer verwendet die realen PavlinPro-Fassadenprodukte mit ihren Deckbreiten, verfügbaren Längen, Fugen und Preisen. So wird aus der gewünschten Optik Schritt für Schritt eine konkrete Materialliste.

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Dieser Ratgeber ist eine Planungshilfe und ersetzt keine objektbezogene technische Planung. Anforderungen an Untergrund, Feuchteschutz, Brandschutz, Befestigung und Fassadenaufbau sind projekt- und produktspezifisch.